Rohstoff Olivinnephelinit

Lagerstätte

Die Entstehung des Rohstoffvorkommens ist an einen Vulkanismus gebunden, der die Region vor allem im Tertiär prägte. Vor ca. 21,4 Millionen Jahre traten am Großen Teichelberg in mehreren Phasen heiße Laven aus, die an der Oberfläche erkalteten und zu Basaltsäulen erstarrten. Das Vorkommen am Großen Teichelberg besteht aus einem mehrschichtigen Basaltdeckenerguss mit einer 30 bis 40 m mächtigen Hauptdecke, die sich von einigen Spalten und Schloten im Zentrum der kuppenförmigen Geländeaufragung speiste. Im Liegenden der Hauptdecke befinden sich weitere Basaltlagen, die durch Tuffe und Tuffite voneinander getrennt sind. Die Basis der im Lagerstättengebiet verbreiteten Vulkanite bildet der tiefgründig verwitterte Falkenberger Granit.

Olivinnephelinit

Die Hauptbasaltdecke am Großen Teichelberg besteht aus einem sogenannten Olivinnephelinit. Es handelt sich dabei um ein quarzfreies, basaltisches Gestein mit einem außergewöhnlich hohen Anteil an Feldspatvertretern (ca. 20 % Nephelin). Damit unterscheidet sich das Vulkangestein von den meisten Basalten der Region, die einen höheren SiO2-Gehalt haben und damit saurer sind.

Chemische Zusammensetzung (aus NOUSSINANOS 1973)

SiO239,28 %
TiO22,96 %
Al2O311,54 %
Fe2O35,05 %
FeO8,95 %
MnO0,13 %
MgO11,90 %
CaO12,77 %
Na2O3,76 %
K2O1,02 %
P2O50,92 %
Glühverlust1,57 %
Summe99,85 %

Die Hauptbestandteile des Gesteins sind Pyroxen (Augit), Nephelin und Olivin. Durch die markanten Anteile von Olivin und Nephelin erhielt das Gestein des Großen Teichelberges auch seinen Namen „Olivinnephelinit“. Weitere Bestandteile sind Eisenerz (Magnetit) und Feldspat (Plagioklas). In Spuren finden sich Gesteinsglas, Apatit, Karbonat und Biotit. In der hydrothermalen Phase des Teichelbergvulkanismus entstanden auf Klüften und Hohlräumen Zeolithe. Das Gestein hat eine extrem feinkörnige, dichte Grundmasse mit Einsprenglingen aus Olivin und teils Pyroxen. Die Grundmasse besteht hauptsächlich aus Pyroxen, Nephelin, Eisenerz (Magnetit), Feldspat (Plagioklas) und Gesteinsglas.

Modaler Mineralbestand (aus DIMROTH et al. 1965, MAYR 1990)

Augit61 bis 63 Vol.-%
Nephelin16 bis 20 Vol.-%
Olivin13 bis 14 Vol.-%
Magnetit4 bis 6 %
Plagioklas0 bis 4 %

Das Material hat eine dunkelgraue bis schwarze Farbe und ist feinstkörnig bis dicht in der Struktur. Die Eignung zur Produktion von Hartgesteinskörnungen resultiert aus der extrem hohen Festigkeit als Festkörper und als Gesteinskörnung.

Ausgesprochen homogene Verhältnisse

Ein weiteres Charakteristikum dieser Lagerstätte ist die absolute Homogenität des Materials im Bereich des 30 bis 40 m mächtigen Hauptlagers. Nachgewiesen werden konnte diese Gleichmäßigkeit sowohl geochemisch, petrographisch als auch gesteinstechnisch im Rahmen umfangreicher Forschungsarbeiten.

Kein Sonnenbrenner

Im Gegensatz zu zahlreichen Basaltlagerstätten Deutschlands und Mitteleuropas zeigt das Material im Tagebau am Großen Teichelberg in seinem Hauptlager keine Neigung zum sogenannten Sonnenbrenner, eine Art von Verwitterung, bei der Basalt in Einzelteilchen zerbröckelt. RICHARZ (1921) schrieb dazu: „…, dass die nephelinreichsten Basalte der Oberpfalz, die von Groschlattengrün [Anmerkung: Hier handelt es sich um das Vorkommen am Großen Teichelberg.], ausgezeichnet feste Gesteine sind, welche nicht im geringsten unter Sonnenbrennern leiden.“

Hochwertig selbst in Randbereichen

In den Kernbereichen der Lagerstätte am Großen Teichelberg ist das Gestein frisch und unverwittert. In den Randbereichen der Lagerstätte treten die Spuren der Verwitterung stärker auf. Hier kam es an Spalten und Klüften zur Ausbildung von tonig-grusigem Material zwischen rundlichen Basaltrestkörpern. Durch die mobile Voraussiebung dieses Gemenges aus bindigem Lockermaterial und Basaltkernen können auch aus diesen Lagerstättenpartien hochwertige Produkte hergestellt werden.